KV-ABSCHLUSS IM NEUEN FORMAT Mit der Reform der kaufmännischen Berufe veränderte sich auch das Qualifikationsverfah- ren. Der 18-jährige Janick Klemm aus Zug, der seine KV-Lehre mit BM bei Roche Diagnostics International in Rotkreuz absolvierte, blickt auf seine Abschlussprüfung zurück. b a w h c S l e i n a D d l i B a z z a i P x e l A t x e T Janick, diesen Sommer hast du mit dem Qualifikati- onsverfahren deine Lehre abgeschlossen. Im Zuge der KV-Reform fand die Abschlussprüfung dieses Jahr erstmals handlungskompetenzorientiert und vollständig digital statt. Was musstest du genau tun? In der schriftlichen Prüfung galt es, eine rea- litätsnahe Aufgabe zu lösen. Konkret: Ein Un- ternehmen, das gerade ein neues Lebensmittel namens «crazy oat» (auf Deutsch: verrückter Ha- fer) auf den Markt gebracht hat, will dieses mit Hilfe eines Pop-up-Stores bekannter machen. Wir mussten für diesen Store einen Projekt- plan schreiben, Einrichtungsgegenstände aus- wählen, ein Budget erstellen, Umsatzzahlen aus Deutschland zusammentragen, Learnings für den Schweizer Markt definieren und das Ganze in einer Präsentation festhalten. Durftest du dafür auch das Internet und KI benutzen? Ja. Es war schon ein bisschen speziell, die ganze schriftliche Prüfung am Laptop und mit unein- geschränkter KI-Unterstützung absolvieren zu dürfen. Vielleicht widerspiegelt das einfach die heutige Berufswelt, in der man schnell und effi- zient sein muss. Und wie sah die mündliche Prüfung aus? Hier mussten wir ein Rollenspiel auf Englisch durchführen. Als Leiter eines Unternehmens, das eine neue Pastasorte einführen will, muss- te ich mit einem Transportunternehmer einen Termin vereinbaren, um – neben dem üblichen Smalltalk – auch über Nachhaltigkeit zu spre- chen und gute Bedingungen auszuhandeln. Zur 4 BERUFSBILDUNG 2026 Lehrabschluss mit Note 5,5:Janick Klemm (18) hat im Theater Casino Zug soeben das Fähigkeitszeug- nis (inkl. BM) bekommen. mündlichen Prüfung gehörten zudem zwei «Cri- tical Incidents» (heikle Situationen), die wir mit Worten entschärfen sollten, die erste auf Eng- lisch, die zweite auf Deutsch. Wie hast du dich in deiner 3-jährigen Lehrzeit weiter- entwickelt? Wahrscheinlich bin ich dadurch schneller ge- reift, als wenn ich ins Gymnasium gegangen wäre. Während der Lehre konnte ich Social Skills trainieren. Ich habe zum Beispiel gelernt, mit Leuten unterschiedlichen Alters zusam- menzuarbeiten. Eine wertvolle Erfahrung war für mich auch das Mitwirken im sechsköpfigen Lernenden-Gremium. Das ist einerseits eine Anlaufstelle für uns Lernende, andererseits ein Verbindungsglied zum Angestellten-Verband von Roche, wodurch auch die Lernenden im Un- ternehmen eine Stimme haben. Hier habe ich gelernt, die Interessen einer Organisation zu vertreten, Anlässe zu organisieren und vor einer grösseren Gruppe Menschen zu reden.